City-Tunnel

Der Bau des im Dezember 2013 eröffneten City-Tunnels Leipzig war eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte Deutschlands. Er ist das Herzstück des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes und verbindet die beiden historisch gewachsenen Kopfbahnhöfe Leipzig-Hauptbahnhof und Bayerischer Bahnhof. Dafür wurden zwei Tunnelröhren mit einem Durchmesser von ca. 9 m auf einer Strecke von 3,5 km im Schildvortrieb aufgefahren.

Die Tunnelfahrt begann am Hauptbahnhof und mündete in die Station Leipzig Markt, an der dafür eine offene Baugrube errichtet wurde, in welche die Tunnelbohrmaschine über den Dichtblock Süd einfahren konnte. Anschließend wurde die Tunnelbohrmaschine umgesetzt, um über den Dichtblock Nord in Richtung Wilhelm-Leuschner Platz auszufahren.

Durch das Compensation Grouting Verfahren (CGV) wurde während des Tunnelvortriebs ein kontinuierlicher Ausgleich der entstehenden Setzungen und damit einhergehend der Bestandsschutz der z.T. denkmalgeschützten Bauten der Leipziger Innenstadt gewährleistet.

Für den Bau eines 60 m langen Stollens unter bestehender Bebauung wurde außerdem eine Baugrundvereisung durchgeführt. Dazu wurden insgesamt 114 Horizontalbohrungen zum Einbau der Vereisungslanzen erstellt. Im Anschluss wurde mit Hilfe von flüssigem Stickstoff ein Volumen von rund 4.800 m³ vereist.

Ort 
Leipzig
Auftraggeber 
Dacharge Markt Leipzig, bestehend aus den Firmen DYWIDAG GmbH, Alpine Bau GmbH und Trevi S. p. A / ARGE Tunnel- und Ingenieurbau Leipzig Los B
Bauherr 
Deutsche Bahn AG, Freistaat Sachsen, Stadt Leipzig vertreten durch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau-GmbH (DEGES)
Zeitraum 
2004-2013
Leistungen 
  • Erstellung Qualitätssicherungsplan
  • Konzeptentwurf der Probensäulenherstellung
  • Vermessung und Auswertung der Probesäulen
  • Bauüberwachung der Düsenstrahlarbeiten
  • Monitoring der zu unterfangenden Gebäude
  • Projektbegleitende Baugrundansprache
  • Nachtragsmanagement
  • Gerätetechnische Anpassung der Düsenstrahlbohranlage an die projektspezifischen Randbedingungen
  • Planung von ca. 22.000 m Horizontalbohrungen zur Sicherung einer Grundfläche von 22.000 m² mit dem Compensation Grouting Verfahren (CGV)
  • Planung der Maßnahmen zur Gebäudesicherung mit Vorgaben für die Injektionen
  • Baubegleitende Steuerung der aktiven Gebäudesicherung an 30 Gebäudekomplexen durch das CGV
  • Vorentwurfs-, Entwurfs- und Ausführungsplanung für Hebungsinjektionen, Unterfangungen und Vereisungen
  • Statische Berechnungen der Frostkörper
  • Wärmetechnische Berechnungen der Baugrundvereisung zur Anlagendimensionierung und Frostkörperentwicklung
  • Planung und Überwachung von 180 Temperaturmessgebern
  • Fachgutachterliche Begleitung inkl. Vorgaben für den Anlagenbetrieb während der gesamten Ausführungszeit (Bohrarbeiten, Vereisung, Ausbruch)
  • Schwingungsmessungen und Erschütterungsüberwachung an mehreren Gebäuden beim Spundwandeinbau im Bereich am Bayerischer Bahnhof