Staatsbibliothek zu Berlin

Die in den Jahren 1903 bis 1914 erbaute Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden, ist der größte Gebäudekomplex in Berlin-Mitte. Aufgrund des festgestellten hohen Schädigungsgrades der Holzpfahlgründung war der Nachweis einer ausreichenden Standsicherheit für die Gebäude nicht mehr möglich. Die Ersatzpfahlgründung ist im laufenden Betrieb der Staatsbibliothek eingebracht worden. In Ermangelung verlässlicher Bestandsunterlagen konnten die für die Planung notwendigen Angaben für die einzelnen Sanierungsfelder erst vor Ort gewonnen und in die Ausführung einbezogen werden. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Haustechnik ist die Kellergeschosssohle zum Teil tiefer unter den Grundwasserhorizont gelegt worden. Nach Beendigung der Grundsicherung des Bestands wurde durch den vollständigen Abtrag der vier Magazintürme im Inneren des Gebäudes mittels Säge- und Knabberverfahren der Raum für den Neubau des Lesesaales geschaffen. Die bis 10 m unter Gelände reichende tiefe Baugrube beherbergt die Tresormagazine der Staatsbibliothek, die gleichzeitig die Fundamente für den neuen zentralen Lesesaal des Hauses bilden.

Ort 
Berlin
Auftraggeber/Bauherr 
Stiftung Preußischer Kulturbesitz vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Zeitraum 
1992 - 2011
Leistungen 
  • Planung, Durchführung und Überwachung der Baugrunduntersuchung
  • Planung und Überwachung der Gründungserkundungsarbeiten einschließlich Gründungsplan
  • Baugrundgutachten/Geotechnischer Bericht für die geotechnische Kategorie 3 als Bestandteil der dynamischen Sanierungsplanung
  • Objekt und Tragwerksplanung für die Ersatzpfahlgründung und Gründungsverstärkung für die Tieferlegung des Kellergeschosses einschließlich Pfahlprobebelastung
  • Ausarbeitung der planerischen Grundlage für den Antrag auf wasserbehördlicher Erlaubnis der Grundwassernutzung entsprechend § 2 und 3 des WHG
  • Betriebsbeauftragter für die Überwachung der Auflagen der wasserbehördlichen Erlaubnis
  • Erschütterungsüberwachung und -begutachtung, insbesondere der unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteile, Inneneinbauten und Sammlungen
  • Objektüberwachung der Gründungssanierung und des Rückbaus des im Bestand stehenden 13-geschossigen Betonbüchermagazins bei laufendem Betrieb
  • Tragwerksplanung der Baugrube für zwei Untergeschosse des neuen Lesesaales (Arbeitsgemeinschaft mit CRP Bauingenieure GmbH)
  • Grundlagenermittlung, Bestandsuntersuchungen einschließlich der unterirdischen Restbausubstanz
  • Entwurfsplanung des Rückbaus unter Beachtung der Belange der denkmalgeschützten angrenzenden Bausubstanz und den aus dem Bibliotheksbetrieb resultierenden Einschränkungen der Schall- und Erschütterungsemissionen
  • Aufstellung der Haushaltsunterlage HU-Bau
  • Genehmigungs-/Zustimmungs- und Ausführungsplanung mit detaillierten Angaben zur Rückbautechnologie und Logistik
  • Aufstellung der Verdingungsunterlagen, öffentliche Bekanntmachung, Mitwirkung bei der Vergabe
  • Objektüberwachung des Rückbaus einschließlich Kostenkontrolle und Entsorgungsmanagement
  • Gesamtrückbaumassen bis Oberkante Gelände:
    • 9.000 m³ Stahlbeton
    • 5.000 m³ Estrich
    • 5.500 m³ Mauerwerk
  • Voruntersuchungen und Erarbeiten eines Konzeptes für einen erschütterungsarmen Abbruch
  • Installation einer automatischen Messanlage zur Überwachung der Schwingungsbelastungen benachbarter Gebäude aus den Abrissarbeiten der Büchertürme; Festlegung von Schwellwerten
  • Sofortige Signalisierung von Schwellwertüberschreitungen an das bauausführende Personal und die örtliche Bauleitung mittels Signallampe und -hörner; gleichzeitig Speicherung von Messdaten an allen Messpunkten
  • Datenkontrolle und -auslesung mit einem Modem über eine Telefonleitung mehrmals täglich
  • Gutachterliche Beurteilung der Messergebnisse einschließlich fachkundiger Beratung der Bauleitung hinsichtlich der Erschütterungsminderung